11 neue Strommasten zwischen Thalwil und Kilchberg stärken die Versorgungssicherheit

Insights

06 / 03 / 2026

Kuma Thalwil Strommast

Swissgrid baut die 150-Kilovolt-Leitung am linken Zürichseeufer zwischen Samstagern, Thalwil, Waldegg und Obfelden auf 220 Kilovolt (kV) aus und stärkt damit die Versorgungssicherheit der gesamten Region Zürich.

Auf dem Abschnitt zwischen Thalwil und Kilchberg kommen 11 moderne Stahlvollwandmasten von MITAS zum Einsatz, die deutlich schlanker sind als herkömmliche Gitterkonstruktionen (Tannenbaummasten). Obwohl sie eine Höhe von bis zu 60 Meter erreichen, fügen sie sich gut ins Landschaftsbild ein. Auf den neu gebauten Fundamenten stellte Kummler+Matter EVT AG die Masten. Anschliessend erfolgte der Einzug der neuen Seile. Parallel dazu wurde die alte Leitung zurückgebaut. Für diesen Teilabschnitt wurden rund 2000 Tonnen Beton, 385 Tonnen Stahl sowie 62 Kilometer Leiter- und Erdseile verbaut. Die Inbetriebnahme des neuen Leitungsabschnittes ist für Mitte 2026 geplant.

Neue Höchstspannungsleitung ist auch für die SBB wichtig

Die neue 220-kV-Höchstspannungsleitung erhöht die Transportkapazität und somit die Versorgungssicherheit der gesamten Region Zürich. Auf dem Abschnitt zwischen Thalwil und Kilchberg ist der Bau eines Erdkabels nicht möglich, weil zusammen mit der Swissgrid-Leitung zwei 132-kV-Leitungen der SBB auf den gleichen Masten mitgeführt werden. Die SBB-Leitungen müssen aus technischen Gründen auf diesem Abschnitt zwingend oberirdisch verlaufen. Auf dem Abschnitt Schweikrüti – Kilchberg wird das Unterwerk Thalwil angeschlossen, welches für die Versorgung des linken Zürichseeufers wichtig ist. Die neue Freileitung verläuft teilweise entlang dem bestehenden Trassee, zweigt ab dem Gebiet «Längimoos» ab zum neuen Übergangsbauwerk neben der Autobahn bei Adliswil und Kilchberg.

Ausbaukosten belaufen sich auf rund 170 Mio. Franken

Der Ausbau der Leitung zwischen Samstagern (Richterswil), Thalwil, Waldegg (Zürich) und Obfelden besteht aus sechs Teilprojekten. Die Arbeiten inklusive des Rückbaus der bestehenden Leitungen dauern voraussichtlich bis 2033. Die Baukosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf rund CHF 170 Mio.

Fabio Balmelli, was ist die grösste technische oder logistische Knacknuss auf dem Abschnitt Thalwil-Kilchberg?

«Transport und Montage der Masten sind an sich schon eine grosse Herausforderung, da der Platz vor Ort begrenzt ist. Wir versuchen alles zu optimieren, um die «maximale Leistung» herauszuholen. Dazu kommen die gesamten Arbeiten für die Verlegung und Regulierung der Leiterseile. Das klingt simpel, ist in der Umsetzung jedoch keine Selbstverständlichkeit.»

Logistik und Montage: Millimeterarbeit am Mast

Die zuverlässige und sichere Installation der 11 Stahlmasten erfordert eine präzise Koordination und Kontrolle der einzelnen Bauphasen. Während an den ersten fertig montierten Masten bereits die Leiterseile gelegt sind, werden an anderen Standorten die letzten Masten aufgestellt. Mit einem Spezialkran wurden die einzelnen Elemente der bis zu 60 Meter hohen Masten zusammengesetzt. Die Montage der mehrere hundert Kilogramm schweren seitlichen Ausleger musste mit hoher Präzision erfolgen, da daran die Leitungskabel aufgehängt sind. Für die reibungslose Montage sind Nicola Gusmerini (Baustellenleiter) und Fabio Balmelli (Projektleiter) von Kummler + Matter EVT AG zuständig. 

Die Menschen hinter der Technik

Die Arbeiten am Höchstspannungsfreileitungsnetz sind anspruchsvoll und nicht ungefährlich. Es erfordert daher nicht nur technisches Verständnis, sondern auch eine gute mentale und körperliche Verfassung.

Fabio Balmelli, die Masten sind bis zu 60 Meter hoch. Was zeichnet die Mitarbeitenden aus, die für Kummler+Matter EVT AG die Montage übernehmen?

«Unsere Mitarbeitenden dürfen keine Höhenangst haben. Es handelt sich um Präzisionsarbeit, bei der jede Bewegung und jeder Handgriff exakt sitzen muss. Heutzutage verfügen wir über die gesamte nötige Persönliche Schutzausrüstung (PSA), um maximale Sicherheit zu garantieren. Es ist nicht mehr wie früher – die Zeiten haben sich zum Glück geändert.» 

Sicherheit als oberstes Gebot («Golden Rules»)

Bei Kummler+Matter EVT AG steht der Schutz der Mitarbeitenden an erster Stelle. Unser Sicherheitskonzept auf der Baustelle basiert auf strengsten Richtlinien. Die Monteure sind durch zertifizierte Rückhaltesysteme geschützt, und der Zugang erfolgt über moderne Systeme wie vertikale Lebenslinien oder High-Step-Vorrichtungen. Ein besonderes Highlight ist das digitale Management für Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Über das «e-PSA-System» lässt sich der Revisionsstatus jeder persönlichen Schutzausrüstung jederzeit mobil abrufen.

Präzision bei jeder Witterung und Schutz der Umwelt 

Dank guter Organisation und standardisierten Prozessen stellt das Team von Kummler+Matter EVT AG sicher, dass die Arbeiten auch bei anspruchsvollen äusseren Bedingungen (Regen, Schnee und Wind) effizient und sicher unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards abgeschlossen werden. Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist eine enge Abstimmung mit Swissgrid. So wird sichergestellt, dass die Umweltauflagen – insbesondere der Schutz des Bodens an den Installationsplätzen – auch konsequent eingehalten werden.

Fabio Balmelli, was bedeutet es für sie persönlich, ein so wichtiges Projekt direkt vor den Toren Zürichs zu leiten?

«Wir sind in der ganzen Schweiz tätig, und ich trage die Verantwortung für die Projektleitung. Wir arbeiten bevorzugt in den Bergen, aber in dieser Jahreszeit ist es auch völlig in Ordnung, im Flachland tätig zu sein (lacht).

Dieses Projekt unterscheidet sich durch seine logistische und technische Komplexität von anderen. Für KUMA ist es eine echte Premiere: Wir ziehen und regulieren hier zum ersten Mal ein Dreierbündel an Leiterseilen – das ist für uns ein wichtiger Meilenstein. Diese Herausforderung ist für die ganze Gruppe eine zusätzliche Motivation, die uns alle anspornt, unser Bestes zu geben und die Ausführung termingerecht zu garantieren.»

Mit dem Ausbau der neuen Höchstspannungsleitung auf 220 kV zwischen Samstagern und Obfelden im Kanton Zürich leistet Kummler+Matter EVT AG einen wichtigen Beitrag zur Stärkung Versorgungssicherheit in der Region Zürich. Mit diesem Projekt zeigt Kummler+Matter EVT AG seine Kompetenz im Leitungsbau.

Infobox

Gesamtprojekt

Swissgrid baut die Höchstspannungsleitung der ewz (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) zwischen Samstagern (Richterswil), Thalwil, Waldegg (Zürich) und Obfelden auf 220 kV aus.

Projektgrund

Der Ausbau Transportkapazität erhöht die Versorgungssicherheit der gesamten Region Zürich.

Teilprojekt von Kummler + Matter EVT AG

Auf dem rund 3,5 km langen Freileitungsabschnitt zwischen Thalwil und Kilchberg erstellt Kummler + Matter EVT AG 11 bis zu 60 Meter hohe Strommasten inklusive des Einzugs der Kabel.

Bauleitung Teilprojekt

Fabio Balmelli, Projektleiter (Kummler + Matter EVT AG)

Nicola Gusmerini, Baustellenleiter Kummler + Matter)

Bauherr

Swissgrid

Gesamtkosten

Rund 170 Mio. Franken

Termin

Die Arbeiten dauern bis voraussichtlich 2033.